Pflegeeltern Kompass: Hilfeplangespräche souverän meistern

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Das Jugendamt lädt zum Hilfeplangespräch ein. Das Jugendamt entscheidet, wer daran teilnehmen darf. Man darf zwar immer einen „Beistand“ zu Amtsgesprächen mitnehmen, ob das aber auch für Hilfeplangespräche gilt, ist rechtlich umstritten. Wollen Sie also einen Beistand mitbringen und das Jugendamt ist dagegen, gilt es, diplomatisch oder geschickt vorzugehen. Also: Entweder, man sagt vorher rechtzeitig Bescheid, wen man mitbringen will und stellt klar, dass der Beistand nur als moralischen Stütze, aber ohne eigenes Rederecht mitkommen soll. Was sowieso rechtlich so ist, aber viele Jugendämter nicht wissen. Der Beistand ist nur das „2. Gesicht“, ohne eigen Beteiligtenstellung. Oder man überrumpelt und bringt den Beistand einfach mit. Im Zweifel sollte man das Gespräch an dieser Frage aber nicht scheitern lassen.

 

Das Hilfeplanprotokoll wird vom Jugendamt erstellt. Ist man mit dem Inhalt nicht einverstanden, lohnt es meist nicht zu versuchen, eine Korrektur durchzusetzen. Das klappt in den allermeisten Fällen nicht.  Besser ist es, eine „Ergänzung“ schriftlich zur Akte zu reichen. Die wird dann zum Protokoll geheftet und von jedem gelesen, der auch das Hilfeplanprotokoll selbst liest. Das (fehlerhafte) Protokoll sollte man mit dem Zusatz „zur Kenntnis“ genommen unterzeichnen, das ist rechtlich unbedenklich. Die Unterschrift gänzlich zu verweigern, versaut die Stimmung.

 

Es gibt viele Situationen, in denen man sich über das Jugendamt ärgert. Und zwar wirklich und so richtig ärgert. Als Reaktion darauf eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu verfassen, den Jugendamtsleiter anzuschreiben oder die Presse zu informieren, ist meistens keine gute Idee. Denn das führt in der Regel zu nichts, außer zu einer extrem verschlechterten Stimmung. Von 100 Dienstaufsichtsbeschwerden werden 100 als unbegründet zurückgewiesen, der Chef vom Jugendamt stellt sich immer hinter seine Leute und die Presse einzuschalten gilt für Mitarbeitende des Jugendamtes als Hochverrat. Außerdem belasten solche (Neben-) Baustellen stark die eigene Seele. Lieber der Mitarbeiterin, über die man sich geärgert hat, sachlich und höflich direkt aufschreiben, was man so gar nicht in Ordnung fand.